K(e/ö)nnen Sie Hartz IV?
Es gab eine Zeit, da waren bestausgebildete Menschen arbeitslos und kein Arbeitgeber sah eine Veranlassung, Menschen mit geringerer Qualifikation einen Job anzubieten.
Zeiten ändern sich - die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt "saugte" geradezu alles auf - der Markt mit qualifizierten Arbeitskräfte tendiert gegen Null. Das stellt nun die PAVen vor eine schwierige Aufgabe:
Aus den verbleibenden Arbeitswilligen müssen nun die richtigen herausgefischt werden
Während sich nun die PAVen auf diese stürzen, bleibt eine Gruppe von Menschen unbeachtet: Die arbeitsfähigen - aber nur bedingt arbeitswilligen Hartz IV-Empfänger, die aufgrund Ihrer familiären Situation (verheiratet, vielleicht noch Kinder im Haushalt) einen so hohen Hartz IV-Anspruch haben, dass sie in dieser Höhe aufgrund der fehlenden persönlichen Qualifikation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Arbeit bekommen werden.
Die Folge: Sie nehmen Arbeit - wenn überhaupt, dann widerwillig - an, weil sie sich (irgendwie verständlich) nicht finanziell verschlechtern wollen.
Sie müssen aber jede Arbeit annehmen, das steht so im SGB II...
Das gebetsmühlenartig vorgetragene: "Sie müssen aber jede Arbeit annehmen, das steht so im SGB II..." bringt niemanden weiter, der widerwillig arbeitende Ex-Hartz IV-Empfänger wird wahrscheinlich nicht so lange in seinem Job bleiben, damit Sie Ihren AVGS abrechnen können.
3 Unglückliche - Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Vermittler
Zu guter Letzt haben wir drei Menschen unglücklich gemacht, den Arbeitnehmer (der unter diesen Bedingungen ja gar nicht arbeiten wollte) den Arbeitgeber (der sich in Zukunft überlegt, ob er sich von Ihnen nochmal jemanden "vorsetzen" lässt und Sie selbst, weil Ihre Arbeit umsonst im wahrsten Sinne des Wortes war.
Klar haben Sie Recht, der Hartz IV-Empfänger müsste eigentlich wissen, wie es mit seinem Verdienst und dem Hartz IV aussieht, aber schätzen Sie die Mehrheit nicht zu hoch ein. Bei der Beantragung von Hartz IV wurde ein Wust an Formularen ausgefüllt, Rechtsbelehrungen erteilt, Folgen bei Verstößen und Sanktionen erwähnt - selbst wenn noch ein Vortrag über das Thema Hinzuverdienst dabei gewesen wäre - er hätte es garantiert nicht mehr abrufbereit.
Ich halte es für unabdinglich, dass ein erfolgreicher PAV sich genau in diesem Gebiet auskennt - seinem Bewerber dessen persönliche Situation erklären kann und ihn auf diese Art motiviert, einen - gegebenenfalls auch schlechter bezahlten - Job anzunehmen.
Ich werde unter dieser Rubrik die wesentlichen Fakten aufführen - wenn Sie nicht abwarten können, rufen oder mailen Sie mich an.
Adalbert Jablonski






